Friedrich Schiller (1759 - 1805)

"Schiller: oder der Moral-Trompeter von Säckingen." (Friedrich Nietzsche)
Johann Wolfgang von Goethe, der oft nach Jena kam. Dann fuhr er auf Einladung Goethes nach Weimar und lebte dort bis zu seinem Tode. Von Weimar machte er nur einige kurze Fahrten nach Berlin, um die Aufführungen seiner Dramen zu sehen. Friedrich Schiller starb am 9. Mai 1805 in Weimar.

Jägerliedchen

Mit dem Pfeil, dem Bogen
Durch Gebirg und Tal
Kommt der Schütz' gezogen
Früh am Morgenstrahl.

Wie im Reich der Lüfte
König ist der Weih,
Durch Gebirg und Klüfte
Herrscht der Schütze frei.

Ihm gehört das Weite,
Was sein Pfeil erreicht,
Das ist seine Beute,
Was da fleugt und kreucht.
Песня стрелка

С луком и колчаном
Через лес и дол
Утром в горы рано
Наш стрелок ушел.

Как орлу воздушный
Подчинен простор,
Так стрелку послушно
Царство снежных гор.

И куда стремится
Тетевы прицел,
Там и зверь, и птица —
Жертвы метких стрел.

(Перевод О. Мандельштама)
Der Handschuh

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt,
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen,
Und streckt die Glieder,
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behänd
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor,
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif,
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.
Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier,
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wird's still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern die gräulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottenderweis
Wendet sich Fräulein Kunigund:
“Herr Ritter, ist Eure Lieb so heiß,
Wie Ihr mir's schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.“

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen's die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick -
Er verheißt ihm sein nahes Glück -
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
“Den Dank, Dame, begehr ich nicht“,
Und verlässt sie zur selben Stunde.
Перчатка

Перед своим зверинцем,
С баронами, с наследным принцем
Король Франциск сидел;
С высокого балкона он глядел
На поприще, сраженья ожидая;
За королём, обворожая
Цветущей прелестию взгляд,
Придворных дам являлся пышный ряд.

Король дал знак рукою —
Со стуком растворилась дверь.
И грозный зверь
С огромной головою,
Косматый лев выходит:
Кругом глаза угрюмо водит;
И вот, всё оглядев,
Наморщил лоб с осанкой горделивой,
Пошевелил густою гривой,
И потянулся, и зевнул,
И лёг. Король опять рукой махнул —
Затвор железной двери грянул,
И смелый тигр из-за решётки прянул;
Но видит льва, робеет и ревёт.
Себя хвостом по рёбрам бьёт,
И крадется, косяся взглядом,
И лижет морду языком,
И, обошедши льва кругом,
Рычит и с ним ложится рядом.
И в третий раз король махнул рукой —
Два барса дружною четой
В один прыжок над тигром очутились;
Но он удар им тяжкой лапой дал,
А лев с рыканьем встал…
Они смирились.
Оскалив зубы, отошли,
И зарычали, и легли.
И гости ждут, чтоб битва началася.
Вдруг женская с балкона сорвалася
Перчатка ... все глядят за ней…
Она упала меж зверей.
Тогда на рыцаря Делоржа с лицемерной
И колкою улыбкою глядит
Его красавица и говорит:
«Когда меня, мой рыцарь верный,
Ты любишь так, как говоришь,
Ты мне перчатку возвратишь».

Делорж, не отвечав ни слова,
К зверям идёт.
Перчатку смело он берёт
И возвращается к собранью снова.
У рыцарей и дам при дерзости такой
От страха сердце помутилось;
А витязь молодой,
Как будто ничего с ним не случилось,
Спокойно всходит на балкон;
Рукоплесканьем встречен он;
Его приветствуют красавицыны взгляды.
Но, холодно приняв привет её очей,
В лицо перчатку ей
Он бросил и сказал:
«Не требую награды».

(Перевод В. А. Жуковского)

Schillers Geburtshaus in Marbach am Neckar

Schillerhäuschen in Dresden-Loschwitz

Schillers Wohnhaus in Weimar

Schillerdenkmal in Wiesbaden

Schillerdenkmal in Kaliningrad (Königsberg)

Участники проекта JDD (Junge Deutsche Denker) переложили балладу «Перчатка» на современный лад. Вот что у них получилось:

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